Hellsehen
Was bedeutet eine Sternboten-Beratung? Wie funktioniert das? Der Versuch einer Erklärung des Unerklärlichen - oder wie wir den Kuchen unseres Lebens backen
Ich kann als mediale Beraterin auf verschiedene Arten auftreten. Einmal stand ich vor der Möglichkeit, live im Fernsehen zu beraten. Ich habe mich dagegen entschieden, aus Rücksicht auf meine Kunden. Die Art der Beratung, die ich mache, ist viel zu tiefgehend, viel zu intim und privat, als dass ich sie öffentlich machen würde. Ich kann über meine Arbeit öffentlich sprechen und schreiben, das ja, aber ich werde nicht öffentlich beraten.
Da gibt es mittlerweile Fernsehsender, auf denen rund um die Uhr Wahrsager zu sehen sind, die live per Telefon vor der Kamera beraten. Ein kurzer Ausschnitt: "Geh nach draußen, Schätzchen, da ist einer, der hat dunkle Haare, das ist Dein Herzensmann. In 2 Wochen oder 2 Monaten"
---- Schätzchen! ---- Herzilein!----
Ehrlich gesagt, ich würde meine Kunden nicht "Herzilein" oder "Schätzchen" nennen. Ich nenne sie so nicht, weil ich sie und ihre Probleme ernst nehme, weil ich weiß, dass sie sich an mich wenden, um einen Ausweg aus ihrer manchmal wirklich herzbewegenden Situation zu finden.
Diese Art der Herzilein-Beratung nenne ich nicht Beratung, sondern Wunscherfüllung. Leider kann ich die nicht leisten. Ich bin nicht der Weihnachtsmann und auch nicht das Christkind. Ich bin ein Medium und gebe weiter, was mir von der anderen Welt gegeben wird. Ungefiltert und so wahrheitsgetreu wie nur möglich. Dafür mache ich jeden Tag Praktiken: Yoga, gesundes Essen, Meditation, Gebete, Natur. Denn ich weiß, dass es nicht gut für meine Arbeit ist, wenn ich mich nicht „rein“ halte.
Weil ich mich der Wahrheit verpflichtet habe, muss ich manchmal Dinge sagen, die schwer verdaulich sind wenn es da etwas gibt, was mein Gegenüber noch nicht gesehen hat und dies kann auch weh tun. Weil es vielleicht nicht gesehen werden will. Weil vielleicht die Vorstellung eine andere war und diese nun der Realität nicht standhält. Das kommt vor wir alle verstricken uns ab und an in Illusionen, die irgendwann zerbrechen müssen. Weil es eben die leidige Haupteigenschaft der Illusionen ist, irgendwann zu zerplatzen. Ich lasse mein Gegenüber, wenn sie oder er das wünscht, damit nicht alleine, sondern bemühe mich, mit ihm gemeinsam Auswege zu finden. Dafür habe ich in meinem Leben sehr viel Erfahrung gesammelt.

In den allermeisten Fällen aber ist es so, dass wir alle schon ahnen, ob wir auf dem "Holzweg" sind. Und dass die hellsichtige Beratung nur deutlich macht, was wir schon wissen. Denn eines sehe ich sehr oft: wir alle haben ein „Bauchgefühl“, wir wissen intuitiv über eine Situation Bescheid. Wir spüren im "Hier und Jetzt", ob eine Situation uns gut tut oder nicht. In den allermeisten Fällen.
Manchmal wünsche ich mir, dass es für unseren Berufsstand eine Lobby gäbe, eine Art Dachverband, so etwas wie die Ärztekammer für Ärzte, oder den Heilpraktikerverband für Heilpraktiker. Manchmal wünschte ich mir, dass es auch so eine Art Aufnahmeprüfung für unsereins gäbe. So etwas wie eine Reifeprüfung…. dies wird wohl ein Wunsch bleiben.
Zum Beruf des Hellsehers genügt es nicht, hellzusehen. Das ist nur ein Teil unserer Aufgabe. Wir empfangen Bilder, Ahnungen, Gefühle, Informationen je nachdem, wie wir arbeiten oder veranlagt sind. Der zweite sehr wichtige Teil unserer Arbeit ist, diese Bilder möglichst ungefiltert und ohne eigene Intention weiterzugeben. Oft empfange ich wirklich Bilder, wie z.B. ein Mensch, der in einem Spinnennetz gefangen ist, oder eine Frau, die eine Ritterrüstung trägt. Ich frage dann mein Gegenüber, wie es dieses Bild in der Realität für sich übersetzen würde, so dass ich ihn dazu anrege, kreativ zu werden.
Da diese Bilder in mir oft sehr deutlich sind, deutlicher als jedes Kartenbild oder die Astrologie, habe ich mich entschieden, ohne Hilfsmittel zu arbeiten. Ich glaube, dass dies eine individuellere Art zu arbeiten ist, weil ich eben nicht nur eine gewisse Anzahl von Bildern habe, wie ein Kartendeck, sondern diese mir in unendlicher Vielfalt geschickt werden. Ähnlich wie Träume.
Was ich sehe, sind Ahnungen aus der anderen Welt. Genauer gesagt, sind es archetypische Bilder außerhalb von, beziehungsweise an der Grenze von Raum und Zeit.

Die Informationen aus der Anderswelt sind die unveränderlichen Dinge, die wir nicht beeinflussen können. Zumindest sollten wir den Versuch tunlichst unterlassen, sie zu verändern. Es sind die Geschenke Gottes, oder unser Potential, oder unsere Welt der Möglichkeiten. Das kann man nennen, wie man will. Ab da aber, mit diesen Geschenken, kommen wir persönlich mit unserem Willen ins Spiel.
Es ist, als ob wir aus der anderen Welt Zutaten für unseren Kuchen bekommen. Der Kuchen trägt unseren Namen und ist Symbol für unser Leben, unsere Persönlichkeit. Die Zutaten heißen vielleicht: Selbständigkeit, Spontaneität, Spiritualität, handwerkliche Begabung oder was auch immer. Es ist unsere Aufgabe, die Zutaten richtig einzusetzen und mit Liebe und Geduld und im richtigen Verhältnis zu mischen, ruhen zu lassen, den Backofen vorzuheizen und den Kuchen, der unseren Namen trägt, in den Ofen zu schieben. Damit sind wir übrigens anders als beim echten Kuchen unser Leben lang beschäftigt.
Da gibt es dann sehr ungeduldige Menschen, die den Kuchen vielleicht vor dem Backen nicht ruhen lassen, oder andere Schleckermäuler, die vorher schon vom Teig kosten, bis sie Bauchweh haben und der Kuchen nur noch halb so groß wird. Andere, die sich einfach nicht viel Mühe geben, die nicht mit Liebe und Hinwendung an die Zubereitung gehen das schmeckt man dann auch. Wieder andere, die alles andere zu tun haben, als sich um die Zubereitung des eigenen Kuchens zu kümmern die meinen immer, anderer Leute’s Kuchen backen zu müssen und der eigene steht im Dunkeln in der Ecke. Manche denken, sie müssen die Zutaten verändern, weil sie der Meinung sind, da kommt nieee was Gutes raus ein echter Irrtum! Andere meinen, eine Prise Salz würde nicht zum süßen Kuchen passen. Manchmal aber entsteht ein Kuchen, wie man ihn nicht besser hätte machen können einfach göttlich!
So sehe ich meine Aufgabe darin, Ihnen die Zutaten zu Ihrem Kuchen zu zeigen. Ich bin eine recht erfahrene Konditorin und kann ihnen so einige Tricks bei der Zubereitung verraten. Was ich aber nicht kann, ist, den Kuchen für sie zu backen. Und ich weiß natürlich auch nicht, ob sie bereit sind, sich mit Liebe, Mühe und Hingabe der Zubereitung zu widmen. Deshalb kann ich auch nicht in der Zukunft sehen, ob der Kuchen der Beste wird, den Sie backen könnten. Denn das liegt in Ihrer Hand und Sie haben die Wahl.
Es gibt einen Geheimtipp für das Backen des besten Kuchens und den verrate ich Ihnen schon hier: die Zutat, die es nirgendwo zu kaufen gibt, die aber jedem von uns zur Verfügung steht, die nur darauf wartet, gefühlvoll und mit Hingabe eingesetzt zu werden ist das Herz.
Ihre Katrin Sophia

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