Widder - Rebell und Freigeist





von Katrin Sophia


Der rote Kämpfer, als welcher der Widder oftmals beschrieben wird, ist lange nicht alles, was das Wesen dieses Zeichens ausmacht und auch nicht immer vordergründig zutreffend. Vielmehr scheint für den Widder eine geistige Dimension des "Ich bin" wichtig zu sein, d.h. sehr oft steht bei ihm die Suche nach der eigenen (geistigen) Identität, nach seinem eigenen Weltbild im Vordergrund.

Die Ägypter kannten den widderköpfigen Gott Amun, der für die phallische Schöpferkraft, den Beginn schöpferischen Lebens stand. Man denke nur an die Macht und Kraft, mit der ein einfacher Grashalm in der Widderzeit im April sogar durch Beton stossen kann. Der Widder-betonte Mensch kennt diesen "übermenschlichen" Kampf, wenn er beginnt, seine eigene Identität zu entwickeln. Oftmals wurde er im Kindes- oder Jugendalter in seiner phallischen (Durchsetzungs-)Kraft gekränkt - eine Vaterthematik erscheint. Durchsetzung und Unabhängigkeit sind für ihn von grosser Bedeutung und sind bedingt durch die Loslösung vom Vater bzw. dessen Wertesystem zum eigenständigen Menschen. Bei der oben beschriebenen Widder-Potenz ist es offensichtlich, dass er lernen muss, nicht über das Ziel hinaus zu schiessen. Mit Sensibilität soll er seinen ganz eigenen Platz in der Welt finden, der ihm und anderen genügend Raum zur freien Entfaltung lässt.

Der Widder-Betonte ist ein Rebell - und sucht sich seine "Väter" in Form von Autoritätspersonen oder Wertesystemen, gegen die er rebelliert. Bei weiblichen Widdern beobachte ich dieses auch gegenüber ihren Partnern. Aber was macht der Rebell, wenn er niemanden mehr hat, gegen den er rebellieren kann? Spätestens dann hat er die Möglichkeit, sich auf die Suche zu machen, wer er wirklich ist, wenn es kein "Gegen" mehr gibt. Er soll lernen, nicht über das Ziel hinaus zu schiessen, auch was seine Ansprüche betrifft, denn er neigt zur "Hybris". Hybris ist die Sünde des Menschen, sich als gott-ähnlich zu wähnen und wird von den Göttern mit Machtlosigkeit, Impotenz und anderen netten Dingen bestraft - will heissen: er wird durch äussere Umstände vom Schicksal gebeugt bis in die Knie gezwungen.
Wenn der Widderbetonte über Bescheidenheit, Demut und Dankbarkeit verfügt, ohne wie das Kind seines Vaters zornig und bockig zu sein, kann er ein leuchtendes Beispiel für Individualität, Selbständigkeit, Freiheit und Menschlichkeit werden. Auf manches Zeichen trifft der Song "I did it my way!" von Frank Sinatra zu. Besonders aber auf den Widder.




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