Steinbock

- Harte Schale - weicher Kern




von Katrin Sophia


Stur, knallhart, gnadenlos unverzeihlich - ähnlich dem Skorpion-Betonten - kann er sein, der Steinbock. Auf ewig und drei Tage und wenn er sich dabei selbst vernichtet - egal! Und er kann auch regelrecht bösartig sein, wenn man ihn einmal richtig verletzt hat ---- Die Gestalt des Teufels mit den Bocksfüssen fällt mir da ein - das älteste Symbol für den Teufel. Ich habe mich lange gefragt, woher das kommt. Denn ich kenne viele Steinböcke, die auch genau das Gegenteil davon sind und sein können: äusserst liebevoll, umsorgend, verantwortungsvoll, sich für Ihre Liebsten aufopfernd..... aber alle haben sie diese "Ecke" in ihrer Persönlichkeit. Warum?

Weil sie gegen sich selbst genauso hart sind. Weil sie den Schöpfer, Gott, das Schicksal von Kind auf hart und unbarmherzig erfahren haben, bis sie es selbst geworden sind. Die Steinböcke haben eine zarte, liebebedürftige, warme, treue Kinderseele in sich - bezaubernd, wenn sie einen Menschen damit beschenken. Das Vertrauen dieser Kinderseele ist im Steinbockleben oft missbraucht worden, so dass eine andere, pessimistisch-misstrauische Seite in ihnen sie oft allzu früh gelehrt hat, dass man vorsichtig sein soll und nicht alles glauben soll, was andere Menschen einem so erzählen.

Für alle, die mit Steinböcken zusammen sind: es ist von Erfolg gekrönt, dem Steinbock immer mit offenem Herzen zu begegnen, ihm die eigene treu- und gutherzige Kinderseele zu zeigen. Als Feind sollte man ihn sich nicht aussuchen. Wer es wagt, verliert. Betrügen lässt er sich nicht. Im Zusammensein mit Steinböcken kann jeder seine eigene Aufrichtigkeit und Vertrauenswürdigkeit testen, wie bei keinem anderen Zeichen.

Dem Steinbock hilft es, wenn er sich oftmals in Kontemplation, Meditation und Rückzug übt. Das "Ora et labora" der christl. Mönche - Bete und Arbeite - verschafft ihm Zufriedenheit und Erfolg. Nicht umsonst gab es den einsamen, alten Gott Janus, der 2 Gesichter hatte: eines nach vorne in die Zukunft, eines nach hinten in die Vergangenheit. Dieser Gott schaffte es, mit mühsamer Arbeit ein unfruchtbares Stück Land (das heutige Umbrien in Italien) im Schweisse seines Angesichtes in das "Goldene Zeitalter" zu verwandeln, indem er sich auf sich selbst und niemanden anderen verliess. Kein anderes Zeichen kann sich derart auf seine nie versagenden Kräfte verlassen wie der Steinbock.

Darüber hinaus hilft es ihm, die früh und auch später erlittene Demütigung umzuwandeln in Demut dem Leben und dem Schicksal gegenüber. Das heisst nicht, sich alles gefallen zu lassen. Es heisst aber auch nicht, Richter sein zu wollen über die, die ihn verletzt haben. Es heisst zu lernen, grossherzig zu verzeihen und demütig sein Leben anzunehmen, was immer auch kommt. Die Lektion "verzeihen" hat er zu lernen. Seine Kinderseele weiss davon. Dann spürt der Steinbock, was es heisst, Frieden und Ruhe vom Schicksal geschenkt zu bekommen.





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